Tauschring Blog für das Dreiländereck

Schwermetalle im Garten?

Liebe Leute,
das Landratsamt Breisgrau-Hochschwarzwld wird nun auch in Staufen eienen Info-Veranstaltung zu Schwermetallen abhalten. Nachfolgend ein Auszug aus einem Mail von Herrn Heinrichsmeier an mich:

Infoveranstaltung in Staufen:
Die Infoveranstaltung in Staufen wird am 22.04. um 19:30 h im Stubenhaus in
der Nähe des Rathauses stattfinden. Teilnehmen werden von unserer Seite
Herr Unmüssig und ich, event. auch Herr Schirg vom Präsidium. Die
Infoveranstaltung ist öffentlich.

Bitte leitet diese Nachricht an möglichst viele Interessierte weiter!

Herzlichen Dank und viele Grüße,
“die Informationslawine” ist ins Rollen gekommen….

Elisabeth Renkl

Badische Zeitung vom Montag, 21. Januar 2008

Die giftige Fracht aus Blei, Cadmium, Arsen

Gut besuchter Informationsabend über Schwermetallbelastung in Münstertal /
Wer beim Austausch kontaminierter Böden für die Kosten aufkommt, bleibt offen

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Hirth

MÜNSTERTAL. Bürgermeister Rüdiger Ahlers, erst sei wenigen
Wochen im Amt, hat schnell die Bedeutung des offensiven Umgangs
mit dem Thema Schwermetallbelastung in Münstertal erkannt. Der
Einladung von Gemeinde, Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald
und Regierungspräsidium Freiburg zu einem Informationsabend in
der Abt-Columban-Schule waren rund 180 Bürger aus Münstertal,
Badenweiler, Sulzburg, Ballrechten-Dottingen und nicht zuletzt aus
Bad Krozingen und Freiburg gefolgt.

Auslöser für öffentliche Abendveranstaltung waren für die Grundstückseigentümer überraschende “Funde” von Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Arsen (die BZ berichtete hierzu schon mehrfach) in einigen Münstertäler Gartenböden. Elisabeth Renkl, selbst Eigentümerin eines Grundstücks im Münstertal, setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um Aufklärung über die Sachlage zu erlangen. Im vergangenen Jahr fiel die mit der Gemeindeverwaltung geplante Bürgerinformation jedoch dem Wahlkampf um den Bürgermeisterposten zum Opfer.

Bürgermeister Ahlers hat gleich im neuen Jahr gemeinsam mit Hartmut
Schirg, Referat Gewässer und Boden sowie Jurist Dr. Barth vom
Regierungspräsidium Freiburg, Klaus Heinrichsmeier, Wasser- und
Bodenspezialist sowie Rainer Unmüssig, zuständig für den Gesundheitsschutz
im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, das Thema angepackt.

Heinrichsmeier wies auf sechs Münstertäler Schmelzhütten mit Aufbereitungsanlagen, vornehmlich im Bereich Etzenbach/Poche, Wildsbach/Hof, Bergstadt Münster und Mulden/Dietschel hin. Vor allem durch die Flüsse — verstärkt bei Hochwasser — fand eine weiträumige Verteilung
metallhaltiger Ablagerungen bis in die Rheinebene statt. Erst in den 80er Jahren wurde in Deutschland das Thema Bergbau mit seinen spezifischen Umweltbelastungen erkannt und in den Folgejahren wissenschaftlich untersucht. 1995 wurden dazu von der Umweltverwaltung Baden-Württemberg im Internet Daten veröffentlicht.

Dass diese Website, die nahezu grundstücksgenau die nachgewiesenen Schwermetallbelastungen in Münstertal und Umgebung in Karten und Tabellen zusammenfasst, viele Jahre nur einer Fachöffentlichkeit bekannt war, löste im Publikum reichlich Unmut aus. Vor rund elf Jahren beschloss zudem der Münstertäler Gemeinderat, seinen dahingehenden Wissensstand nicht nach außen zu kommunizieren. Informierte das Bauamt in den 90er Jahren auf konkrete Baugrundstückanfragen aber noch über mögliche Schwermetallbelastungen, so “kippte” nach der Jahrtausendwende diese “Informationspolitik” .

Vor diesem Hintergrund wurde die Veranstaltung als Signal für eine transparentere
Kommunikationskultur gewertet. Ein mehrseitiges Papier lag zur Mitnahme aus, das den Ist-Zustand wie Handlungsempfehlungen (welche Pflanzen vorzugsweise nicht angepflanzt beziehungsweise nicht gegessen werden sollten und anderes mehr) enthält. Doch blieben auch Fragen noch unbeantwortet:
Inwieweit springt die Gemeinde — finanziell unterstützend — ein, wenn Grundstückseigentümer, wie empfohlen, bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern kontaminierten Boden abtragen und fachgerecht entsorgen müssen, Geovliese einsetzen oder Hochbeete aufbauen? Auf welchen Deponien kann die Entsorgung des belasteten Erdreichs erfolgen? Die im Tal vorhandenen Ablageplätze sind laut Bauamt derzeit der Gemeinde vorbehalten.

Rainer Unmüssig erläuterte das Gefährdungspotenzial durch die Aufnahme von Schwermetallen aus Luft, Erde und Pflanzen für den Menschen. Bei Kleinkindern, die Erde direkt von der Hand in den Mund aufnehmen, empfahl er, den Boden durch eine kompakte Begrünung (dichtes Gras), Platten oder gar eine Spieldecke abzusichern. Gleichzeitig führte er aus, dass Kleinkinder üblicherweise nur unbedenklich geringe Erdmengen aufnehmen, was die Frage aufwirft, ob bauliche Maßnahmen nicht ein unverhältnismäßiges “Schutzmittel” sind. Welcher Schritt zur eigenen Sicherheit ergriffen wird, sollte daher im Einzelfall entschieden werden.

Aus dem Publikum wurde die Sorge einiger Zuhörer dahingehend zusammengefasst, dass der Mensch heute nicht allein den Schwermetallen in Münstertäler Böden und Pflanzen ausgesetzt sei. Vielmehr stünde er einem “Schadstoffdruck” aus einer Vielzahl von Quellen, wie Lebensmittel, Möbel, Kleidung, Zahnersatz, Luft und Wasser gegenüber. Der Freiburger Arzt Winfried Karduck, auch Zuhörer an diesem Abend, bestätigte dies und betonte, dass es für ihn keine Hysterie sei, wenn Menschen unter krankmachenden Schwermetallen leiden würden. “Entscheidend ist allerdings nicht allein die Dosis der schädlichen Stoffe, sondern auch die genetische Konstitution des jeweiligen Menschen” , erklärte er.
“Was dem einen nicht schadet, kann den anderen krank machen” , weiß er. Karduck empfahl, im Gegensatz zu Unmüssig, nicht den Hausarzt, sondern einen fachkompetenten Metalltoxikologen aufzusuchen und zum Beispiel den eigenen Urin auf mögliche Belastungen zu testen.

Vielen Besuchern in der Abt-Columban-Schule gab der Informationsabend wichtige Hinweise, wie ber die persönliche Wohn- und auch Gesundheitssituation mehr Klarheit erlangt werden kann. Das Informationspapier ist derzeit über die Gemeinde nur in gedruckter Form erhältlich; inwieweit es nklusive möglicher Aktualisierungen zukünftig auf der Gemeinde-Website — wie von Altbürgermeister Jehle beabsichtigt — zu finden sein wird, ist derzeit noch offen. Laut Rüdiger Ahlers soll in den kommenden Wochen entschieden werden, wie die Gemeinde dem Anspruch der Bevölkerung auf regelmäßige Information gerecht werden kann.

http://www.xfaweb.baden-württemberg.de


1 Kommentar

  1. Ihr lieben “Buschtrommler”,
    vielen Dank für eure Mühe; die Aula war mit ca. 150 Leuten ziemlich voll…. Ein echter Erfolg. jetzt kann es weitergehen
    Morgen soll auf SWR4 ein Radiomitschnitt gesendet werden, zwischen 12.30 und 13.00 Uhr, we kann das aufnehmen bitte?
    Vielen Dank Elisabeth Renkl

    Kommentar von Rudi — 18. Januar 2008 @ 06:52

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