Tauschring Blog für das Dreiländereck

Ausblick auf 2012

Jahr des Wandels - Beitrag der Tauschringe
Die angebliche Beruhigung der Märkte zum Jahresende sind nicht unser wirkliches Leben.
Wir stehen vor wichtigen Veränderungen, die vor allem unser Verhalten betrifft. Wir brauchen klare Sicht und neue Erfahrungen, damit wir das schaffen.
In der vorletzten Nummer der Zeit von 2011 heißt der Leitartikel Meins ist Deins. “Vertrauen wird zur sozialen Währung, den Ruf zu schützen zur Überlebensfrage”, heißt eine der Überschriften. Die Tauschringe, finde ich, können so eine soziale Währung sein, immer dann wenn Beziehungen geknüpft und gepflegt werden. Immer dann, wenn wir Dinge gemeinsam besitzen und einander leihen: Regiokarte, Werkzeuge, Auto, usw., geschieht das bereits. Ähnlich wie beim Internet geht es der neuen Generation nicht mehr um das Produkt, sondern um den Nutzen davon. Die Menschen sehnen sich nach der Leichtigkeit des Nichtbesitzens. Teilen ist sauber, frisch, urban, postmodern; Besitzen ist langweilig, selbstsüchtig, ängstlich, rückständig.

Wir sollten diesen Aspekt des Tauschens mehr in den Mittelpunkt rücken.

Ich wiederhole mich wenn ich sage: Unser Tauschring ist keine Regionalwährung. Ein Beispiel aus der Woche vor Weihnachten. Rudolf war in unserem offenen PfarrCafé in Freiburg. Er hat jahrelange innerhalb des Tauschrings Markgräflerland Menschen beim Renovieren und Streichen von Wohnungen geholfen und dabei seine Glieder strapaziert, so dass er heute noch Schmerzen hat. Viele der Tauschring-Mitglieder wollten durch diese Aktionen Geld sparen, aber Rudolf konnte mit seinen gewonnenen Talenten kaum Geld sparen. Er sucht Wohnung jetzt in Freiburg. Ich habe ihm geraten in Richtung “Mieten für Hilfe” zu suchen. Das könnte für ihn das Passende sein. Und was ist mit seinen 100 Stunden, die er mit seiner Arbeit angespart hat? Wir wollen dem Regiogeld nachmachen, dass die gesammelten Talente mit der Zeit an Wert verlieren, damit man sie nicht festhält. Das trifft seine Situation kaum. Die gesammelten Talente sollten vielmehr Zeichen sein für viele gewonnene Beziehungen; ein Ansporn für jeden, der Rudolf jetzt trifft, ihm zu versichern: “Wir schulden dir noch etwas. Sag was Du brauchst”.


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