Tauschring Blog für das Dreiländereck

Heidemarie Schwermer

WunderWelt ohne Geld Heidemarie Schwermer hat unter diesem Titel ihr neuestes Buch herausgegeben. Über das Wochenende 21-23. April war sie wieder bei uns in Freiburg und beim Regiotauschfest in Hartheim-Feldkirch. Die Beziehung reicht bis in die Anfänge der “zeitbörse” Ende der 90er Jahre zurück. Ihr braucht nur rechts beim Suchen einzugeben “Heidemarie Schwermer” und es erscheinen vier Artikel in diesem Blog von 2007, 2008 und 2011. Das waren meine Erwartungen:

Im Alter von 55 Jahren ist Heidemarie aus dem Berufsleben ausgeschieden und lebt seitdem ohne Geld. Jetzt ist sie 70. Ich stelle fest, dass wir und viele Menschen um uns herum in dieser Altersstufe uns Sorgen machen um die Zukunft. Wird dann das Geld reichen? Wie kann ich meine Versorgung sichern, wenn ich selber nicht mehr arbeiten kann? Heidemarie erlebt “Leben in Fülle ohne Geld”. Natürlich hat sie für mich kein Rezept, wie ich es machen soll. Trotzdem ist mir und uns ihre Erfahrung immer wichtiger geworden.

Ich möchte Heidemarie heute fragen, wo sie ihre Sicherheit hernimmt und woher wir unsere Sicherheit vielleicht bekommen. Ist etwa unsere Versorgungssicherheit ein common, ein Gut, das wir gemeinsam erarbeiten können? Brigitte Kratzwald, eine Commons-Aktivistin aus Österreich formuliert das Anliegen so: “Weil wir im Heute schon die Gesellschaft von morgen bauen müssen, brauchen wir Ideen, die in dieser Gesellschaft schon existieren, aber über sie hinausweisen. Weil wir heute die Gesellschaft von morgen noch nicht denken können, weil wir mit den Rahmenbedingungen immer auch uns selbst erst mit verändern müssen, entstehen die Wege erst im Gehen. Fragend schreiten wir voran auf dem Weg in eine solidarische und freie Gesellschaft – wir haben keine Sicherheiten und keine Markierungen, aber wir haben etwas, das uns Orientierung geben kann, die Idee der Commons: die Vorstellung, dass wir die Interessen, Bedürfnisse und Tätigkeiten der Menschen so zueinander in Beziehung setzen können, dass sie nicht in Konkurrenz stehen, sondern sich gegenseitig unterstützen und fördern und dass wir dabei mit begrenzten Ressourcen so umgehen können, dass alle genug haben und dass sie auch den Generationen nach uns noch zur Verfügung stehen und mit den in Fülle vorhandenen Ressourcen so umgehen, dass sie sich uneingeschränkt vermehren können.”

Miteinander Stegen hat angesichts der zunehmenden Betreuungsdefizite in den letzten fünf Jahren seit seiner Gründung Hilfsnetzwerke auf ehrenamtlicher Basis aufgebaut. Da diese Hilfen für die Zukunft nicht ausreichen, so befürchten sie, planen sie jetzt ein “Mehrgenerationen-wohnpojekt” zum integrativen Wohnen. Über eine große Befragung ab Mitte März wollen sie mit unterstützung der Gemeinde zunächst eine representative Meinung der Bürger dazu einholen. Nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie in Gemeinden nach Lösungen gesucht wird.

In Freiburg versuchen neue Gruppen Miteinander Füreinander, bei der Inge Lore Andres ihre Erfahrungen aus dem Tauschring Münstertal eingebracht hat und Zeitbank 55+ Freiburg Ost wo Rudi beteiligt ist, solidarische Nachbarschaftsgruppen aufzubauen. Die Zeit ist reif. Wir können uns umeinander kümmern und so unsere Versorgungssicherheit schaffen. Allerdings braucht es dazu Begeisterung für das Neue und Bewußtseinswandel. Heidemarie hat mit Tauschring angefangen und schnell gemerkt, dass es mehr braucht. Sie hat ganz viel Neues ausprobiert und angestoßen. Vielleicht kann sie uns auch in dieser wichtigen Frage auf die Sprünge helfen.

Wir fügen folgenden Artikel aus der Badischen Zeitung an. Die Gesprächsrunden am 23. und am 24. April waren wirkliche Hoffnungszeichen in dem was ich mir vorgestellt hatte. Einige vor allem junge Leute haben sich sehr dankbar geäußert und Heidemarie hat ihnen Mut gemacht für einen neuen Weg, jedeR auf seine ganz eigene Art.

Artikel in der Badischen Zeitung

Freiburg, 23.April 2012 Rudi


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