Tauschring Blog für das Dreiländereck

Jahresrückblick 2012

Die diesjährige Wintersonnenwende soll den Wechsel zu einer anderen Weltenzeit anzeigen. Warum nicht?

Wir schauen auf die große Politik und könnten verzweifeln. Wir schauen auf unsere eigenen Gruppen und schöpfen Kraft.

Da war doch was: Friedensnobelpreis für Europa

Es bildet sich in Europa eine Koalition des Widerstands Ihre Kernpunkte sind: “Die Politik der Regierungen und Banken ist gescheitert. Das hat die Finanzkrise verursacht. Die Kürzungspolitik treibt viele Menschen in die Armut. Eine ökonomische Alternative ist unerlässlich, um die Existenz der Bürger zu schützen.

Wir müssen die Regierungen dazu zwingen:

    1. der Kürzungspolitik und Privatisierung Einhalt gebieten;
    2. Millionäre und Grosskonzerne besteuern;
    3. Einen Schuldenschnitt durchführen und die Banken unter demokratische Kontrolle stellen;
    4. In Arbeitsplätze, Gemeinwesen und Ökologie investieren.”

Ein Papier von attac bringt die Fakten: falsche Diagnose „die hohen öffentlichen Schulden sind die Folge zu hoher Staatsausgaben und der zu niedrigen Wettbewerbsfähigkeit einiger Staaten.“ Die verabreichte Medizin: Bundeskanzerlin Merkel fordert eine „marktkonforme Demokratie“ Das neueste Mittel: „Fiskal- und Wirtschaftsunion“. Das heißt dreierlei

  • ein eigenes Budget nur für das Euro-Kern-Europa. Dafür ist dann das Europaparlament nicht mehr zuständig, also keine demokratische Kontrolle
  • strenge Haushaltskontrolle das heißt Durchgriffsrechte auf nationale Politik
  • Verträge bestimmter Euroländer mit der EU, so dass wichtige Maßnahmen in Brüssel entwickelt und von der Troika nationalen Regierungen aufgezwungen werden können. Schon heute wird die griechische Lohnpolitik nicht mehr in Athen, die protugiesische Rentenpolitik nicht mehr in Lissabon und die spanische Arbeitsmarktpolitik nicht mehr in Madrid gemacht.
    Und der Knüller: Zwang zur Privatisierung der Wasserversorgung in solchen Ländern!

    Es geht darum, dass die EU-Zuständigen den Markt öffnen für eine
    Privatisierung der Wasserrechte. Portugal wurde bereits dazu gezwungen und
    muss jetzt den 4-fachen Wasserpreis bezahlen. Griechenland wird es nicht
    anders gehen. Privatisierung bedeutet, der Wasserpreis kann zukünftig vom
    Börsenkurs abhängen, Wasser könnte ein Exportschlager werden, die Qualität
    wird nicht mehr nach gängigen Richtlinien bestimmt, Grosskonzerne
    kontrollieren, wenn`s drauf ankommt. Bis Mitte Januar werden 1.000.000
    Stimmen benötigt, damit die EU sich hierzu erklären muss.

    Link zum Artikel:
    www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

    Link zur Unterschriftenaktion:
    www.right2water.eu/de

Richtig ist: Man geht von der Grundannahme aus – es reiche nicht für alle. Daher sei es rechtens dass Einige profitieren und die Kosten nach unten verteilt werden. Die Schere geht immer schneller auseinander. Es ist ein Systemfehler. Korruption, Steuerflucht usw. sind nur Symptome. Attac fordert als Medizin ganz ähnlich zur “Koalition des Widerstandes”:

  • Rücknahme aller Kürzungen, Schrumpfung der Finanzmärkte,
  • gerechte Insolvenzverfahren mit Streichung aller illegitimen Schulden,
  • konsequente Demokratisierung der europäischen Politik.

Für die lokale Ebene sind wir selbst verantwortlich. Der Kontrast könnte kaum größer sein - Wandel ist also möglich!

Zum RegioTauschFest in Hartheim war Heidemarie Schwermer mal wieder zu Besuch. Ihr Film “life without money” und das anschließende Gespräch hat gezeigt wieviele und gerade auch junge Menschen ihr Beispiel Ernst nehmen. Ich erinnere an ihr Konzept:
Alles, was in und um „gib & nimm“ geschieht, funktioniert ohne Geld und ohne Abrechnung. Ziel ist die Auflösung des Tausches zugunsten einer Haltung des Vertrauens, Jeder gibt, was ihm Freude macht, und erhält, was sie braucht. Es geht nicht um einen berechnenden Tausch, sondern um einen Fluss der Ausgewogenheit. Wir können in einer Fülle leben – es ist genug für alle da.
Zu ihrem Film erfahren wir: “Last year started with an award at the Dhaka International Film Festival - and thanks to great help and support from so many of you, almost 350 public screenings have now been arranged in over 30 countries!” Rudi kann den Film gern verleihen, wenn ihn jemand in seiner Gruppe zeigen möchte.

Der Tod von Jean Gabriel Schneider in Mulhouse, das Ausscheiden von Dorina, von Eckehard, die Krankheit von Elisabeth und von Peter .. all das macht uns zu schaffen im Tauschring Markgräflerland. Trotzdem: die Tauschkreise machen weiter, es finden sich neue Mitarbeiter … und auch neue Aufgaben die Zukunft der Altersvorsorge betreffend. Gerade ruft ein Mitglied eines Zeittauschrings in Bielefeld an, ob wir nicht 10 Stunden von ihm als Weihnachtsgeschenk seiner Schwester im Markgräflerland gutschreiben könnten. Hier jemandem helfen, damit einem Angehörigen anderswo geholfen wird - keine schlechte Idee!

Zwei neue Initiativen in Freiburg können vielleicht eine Richtung angeben, wie es weitergehen könnte:

seit zwei Jahren: Zeitbank in Freiburg Ost

Im Leseraum der Senioren-Wohnanlage Kreuzsteinäcker trifft sich heute die Zeitbank 55+ Freiburg Ost. Adelheid wohnt dort und reserviert uns diesen Raum. Sie hat über unsere Initiative Hilfe gefunden, weil eine Frau sie öfter begleitet. Sie ist jetzt wieder sicherer auf den Beinen.
In Anspruch genommen werden Hilfen in Haus und Garten, in Papieren, in der Mobilität, in Sinnfragen, usw. Handwerkliche Arbeiten oder Waren leisten wir uns eher über Tauschringe. Uns geht es um Beziehung in der Nachbarschaft.
Mit Zeitbank meinen wir, dass die Zeit, die wir jetzt in die gegenseitige Hilfe investieren oder geschenkt bekommen anders als in einer Geld-Bank ohne Zinsen oder Wertverlust gespart werden kann. Kann ein Zeitkonto eine weitere Säule der Altersvorsorge werden? Jetzt schon erleben wir größere Sicherheit durch einen erprobten Freundeskreis in der Nähe.

Zeittauschring in St.Georgen, Vauban, Stühlinger
“Miteinander Leben & Füreinander Sorgen” nennen sie sich und sind im Internet zu finden


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