Tauschring Blog für das Dreiländereck

Marion von Blumenthal

Beim Abschiedfest für Marion am Samstag in Staufen haben vom Tauschring Anne, Rudi, Hayra-Leila aus Staufen und Ingelore Andres teilgenommen. Es war eine zweistündige Feier mit vielstimmigem Dank für Marion. Zum Schluss haben alle Anwesenden Marion und uns gesegnet mit dem Segenslied “Du bist gesegnet, ein Segen bist Du”.
Vor 14 Tagen konnten meine Frau und ich unsere Freundin Marion, die 92jährige Seniorin unseres Tauschring Markgräflerland, noch besuchen und sie sagte uns zweierlei: Sterben ist schwer und meine Freunde begleiten mich ganz gut. Noch vor kurzem kam im SWR Fernsehen eine Reportage über den Ponyhof in Bad Krozingen. Auf die Frage der Reporterin an Marion, ob sie nicht befürchte, dass sie einmal pflegebedürftig an einem anderen Ort sterben müsse, sagte sie sinngemäß: “Ich bin zuversichtlich, von guten Mächten wunderbar getragen.” Der Abschied ist ihr wahrhaftig nicht leicht gefallen. Aber zuerst ihre Freundin Angela Pavlu, dann ihre Freunde von der Eutonie und die Mitbewohner des Ponyhofs und

nicht zuletzt auch wir vom Tauschring haben ihr über die ganzen Jahre und auch bis zum Schluss helfend zur Seite gestanden. Inge Mattmer vom Tauschring Bad Krozingen schreibt: “Ich war am 15.1. noch bei Frau v. Blumenthal und habe mit ihr gearbeitet (Punktestand ihrer Karte “45″). Am 22.1. hatten wir einen neuen Termin. Ich kam zu ihr, aber sie lag im Bett, weil es ihr nicht gut ging. Es war ihr peinlich, dass sie mich wieder wegschicken musste. Frau von Blumenthal genießt eine große Hochachtung bei mir. Ich war immer gerne bei ihr und habe gerne mit ihr zusammen gearbeitet. Sie war auch immer sehr dankbar und liebevoll.” Bei unserem Besuch am 1. März, also 8 Tage vor ihrem Tod sorgte sie sich noch, Christine solle dafür sorgen, dass genug Talent auf ihrer Karte wären.

Ich erinnere mich, dass Marion schon vor dem Jahrtausendwechsel, als sie noch in Staufen gewohnt hat, Mitglied im Tauschring Staufen war, dass wir ihr immer genügend Talent zur Verfügung gestellt haben wenn sie es brauchte. So konnten wir ihr beim Umzug nach Bad Krozingen in den Ponyhof wertvolle Dienste leisten. Da sie mit Makula Degeneration und Schwerhörigkeit behindert war, konnten ihr immer wieder Menschen aus den Tauschring wertvolle Hilfe leisten. Eine großartige Frau ist Marion. Ich nenne sie eine Säule für unseren Tauschring.

Dies veranlasst mich, meine Meinung zu Tauschring Markgrälerland erneut zu formulieren. Ich knüpfe an das an, was ich vor zehn Jahren in der monatlichen “Zeitbörse” geschrieben habe:
Nachbarschaftshilfe wird immer dringlicher. Wo Kirchen und Politiker versagen, entwickeln wir „ortsnah eine Art Mikrokosmos,in dem die Bedürfnisse der Menschen in allen Lebenslagen sichtbar werden können“ wie Ilse Peuster es ausdrückt. Wie gesagt, es sind nur Samen. Nur durch die gemeinsame Aussaat werden sie Frucht tragen. Das wünsche ich uns zum Jahreswechsel”
Viele erhoffen sich immer noch vom Tauschring egal woher geldwerte Leistungen zu bekommen um Geld zu sparen. Wir merken aber auch, dass dieses Modell für unsere Art Tauschring einfach nicht zutrifft. Natürlich brauchen wir auch Komplementärwährungen wie vor Jahren den “Markgräfler” oder jetzt noch den “Freitaler” oder den “Chiemgauer”, oder all die anderen schönen Modelle die es gibt. Unsere Besonderheit sollte das sein, was für mich Marion repräsentiert: Ortsnah ein verbindliches Netz zu knüpfen.

Am 7. März durfte ich an einem Treffen in Effringen Kirchen teilnehmen. Marlies, bei der Eckehard Bergin einmal gewohnt hat, als er frisch ins Markgräflerland gezogen ist, hatte dazu eingeladen. Sie werden dieses Jahr noch eine Zeitbank+ neu gründen. Der Tauschring Weil, wo ein paar Leute aus Effringen sich noch beteiligen, wird deswegen nicht überflüssig. Aber sie sind überzeugt, dass es eine neue Form braucht, um “ortsnah ein verbindliches Netz untereinander zu knüpfen”. Ich bin überzeugt, dass ihnen das gelingen wird, nachdem ich die Beteiligten Personen kennenlernen durfte. Und neben Achkarren werden wir dann ein neues Modell haben, das hoffentlich noch in anderen Orten im Markgräflerland zum tragen kommen wird.

Freiburg am 12. März 2013 Rudi


Keine Kommentare

.

Einen Kommentar hinterlassen

XHTML: Diese Formatierungen können in Kommentaren genutzt werden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>