Tauschring Blog für das Dreiländereck

Nachbarnet Basel

Anfang November waren wir zu viert in Basel beim Nachbarnet.

Kleine soziale Netze in der Nachbarschaft wollte Peter Zemp aufbauen. Heute funktioniert sein NachbarNet in ganz Basel, und Hunderte von Hilfesuchenden sind froh darum.

Als wir das Büro in der Birsingstr. 12 in der Nähe des Schweizer Bahnhofs gefunden haben, wurden wir von Peter und Brigitte, einer seiner Mitarbeiterinnen, sehr herzlich aufgenommen und sie haben uns erschöpfend über das berichtet, was in 12 Jahren intensivem Engagement inzwischen geworden ist.
Da sind die 30 Tafeln, die in den verschiedenen Quartieren von Baseln an einer der Straßen aufgestellt sind und deren Anschläge alle drei Wochen erneuert werden. Dort kann man ohne Angabe von Namen nachlesen, was in der unmittelbaren Nachbarschaft angeboten und gesucht wird. Da ist die Internetseite, wo man unter “nachbarnetbasel” die Inserate nach Angebot/Nachfrage, nach Kategorien und vor allem nach Straßen geordnet findet, natürlich ohne Namen und Adressen.
Das alles ist im Laufe der Jahre geworden und funktoniert inzwischen erstaunlich gut.

Etwa 20 Anfragen täglich gehen im Büro per Telefon oder per email ein. Wir konnten das ausgetüftelte Computerprogramm bewundern, mit dem eine Angestellte sehr schnell auf das Gesuch reagieren kann. Per email oder Telefon wird erfragt, was die Person, die etwas sucht eventuell anbieten kann. Dann werden konkrete Adressen in ihrer Nähe vorgeschlagen, bei denen sie um den gewünschten Dienst bitten können. Nach einiger Zeit prüfen sie, ob der Dienst auch wirklich zustande gekommen ist. Manchmal können sie auch nur an andere Stellen weiterleiten, weil das Gesuch den Rahmen der Nachbarschaftshilfe sprengt.



Bitte zum Vergößern anklicken! Peter Zemb mit Verzeichnis und Tafel für Quartier

Was hat Peter Zemb vor 12 Jahren gewollt: Es war sein Wunsch, dass überall Menschen in der Nachbarschaft sich zusammentun um gemeinsam zu essen, gemeinsam einen Komposthaufen anlegen, Geräte oder Fahrzeuge miteinander teilen… also vorwiegend ökologische Motive. Was daraus geworden ist, und zwar Basel-weit, ist ein engmaschiges Netz der Nachbarschaftshilfe das ständig aktualisiert wird. Und es begeistert, wie das ohne Ansehen der Person geht, ob Ausländer oder Schweizer, ob Hartz IV oder Mittelständler, ob jung oder alt, ganz Viele machen freiwillig mit.

Unser Ausgangspunkt heute in Freiburg ist nicht derselbe. Wir sehen die Not der einsamen, älteren, kranken Menschen, die Hilfe brauchen und denen die offiziellen Dienste nicht ausreichen, um möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung bleiben zu können. Aber was schließlich einmal aus unserem “gib und nimm” wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Wir wissen nur, dass wir in Basel Freunde haben, die uns tatkräftig unterstützen können.
Freiburg, 5. November 2009 Rudi


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