Tauschring Blog für das Dreiländereck

Rudi Eichenlaub - ein Kurzporträt

Der Einblick in die peruanische Art des Tauschens hat Rudi Eichenlaub die Überzeugung vermittelt, dass Tauschen auch in Deutschland wichtig ist, um vom Kapital wegzukommen. In den nördlichen Anden, wo der aus der Rheinpfalz stammende Rudi Eichenlaub von 1970 bis 1990 als Priester auf dem Land tätig war, werden Entscheidungen über Konsens getroffen. Getauscht wird seit altersher nach dem Vorbild der vorspanischen Kultur, einer Zeit ohne Geld und Privatvermögen, nach festgelegten Bedingungen. Der Tausch ohne Geld war für die einheimische Bevölkerung lebenswichtig und es gibt ihn in dieser Form immer noch. Sich stets als Lernenden und nicht als Missionar sehend, hat sich Rudi während seiner 20 Jahre als Priester in Peru zum Ziel gesetzt, die einheimische Kultur und einzelne Personen in ihrer Funktion zu stärken. Das Spenden von Sakramenten hat er, von seinem Bischof unterstütz, weitgehend den Menschen dort überlassen. Seine Priestertätigkeit in den Anden war nie mit der Tätigkeit eines Pfarrers hier zu vergleichen.


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Auch heute noch gehört Rudi Eichenlaub als katholischer Priester zur Diözese Hildesheim, übt seine Funktion jedoch nicht mehr aus, da er inzwischen mit Anne verheiratet ist. Für seinen Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren, war jedoch nicht allein Anne der Grund, sondern die Operationen der Terrororganisation „Leuchtender Pfad“, dieser Gefahr wollte Rudi Eichenlaub seine Mitarbeiter nicht länger aussetzen und so kehrte er Anfang der 90-er Jahre zurück, nach Freiburg, wo Anne Sumser beheimatet ist. Das heißt, zunächst wohnten beide, Anne und Rudi, im Lebenshaus in Heitersheim.

Damals wurde gerade, gleichzeitig mit dem Talent-Tauschring Freiburg, von Sabine Hildebrand in Müllheim die Zeitbörse gegründet. Von Sabine übernahm Rudi mit einer Handvoll Menschen die Zeitbörse und daraus entwickelte sich der „Tauschring Markgräflerland“. Dieser Tauschring, der sein Fortbestehen und seine Weiterentwicklung zu einem sehr großen Anteil Rudi’s Engagement zu verdanken hat, ist für ihn jedoch nur eine Übergangslösung, weil nach Rudi’s Ansicht dort zu Vieles vermischt ist. Vor einiger Zeit wandte sich Rudi Eichenlaub mit der Gründung der Zeitbank 55+ einem neuen Ziel zu: Der Alterssicherung. Die Zeit, die darin gespart werden kann, hat keine Eurodeckung und bisher auch keine Deckung durch Kommunen oder staatliche Organe. Er und seine Mitstreiter möchten nach dem Vorbild des Österreichers Johannes Brandl (www.spes.co.at) arbeiten, der in den vergangenen 2 Jahren 20 gut funktionierende Zeitbanken gegründet hat. Ein Beispiel in unserer Region ist die Zeitbank in Achkarren, die nach Brandls Ideen betrieben wird. Wir hoffen nun, dass Rudi trotz seines neuen Wirkens dem Tauschring Markgräflerland nicht ganz verloren geht!
(Dorina Schlupper)


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