Tauschring Blog für das Dreiländereck

Zeitbank parallel zum Tauschring

Seit dem letzten Orgatreffen in Bad Krozingen und bei dem Monatstreffen des Tauschring Müllheim steht die Frage im Raum:

    • Können wir im bisherigen Tauschring Markgräflerland das Bedürfnis der “Altersvorsorge” befriedigen oder brauchen wir als Ergänzung eine Zeitbank?
  • Die ZeitBank ist eine organisierte Nachbarschaftshilfe. Die Mitglieder versprechen sich den im Alter oft schon beschwerlicheren Alltag mit kleinen Hilfestellungen zu meistern. Die Folgen des demographischen Wandels verlangen nach individuellen Lösungen und bürgergesellschaftlichen Engagement. Beides ist im Modell und in den beiden Vereinen Zeitbank-Achtkarren und Zeitbankplus miteinander leben und füreinander da sein in Freiburg-Ost „gewinnbringend“ für alle Beteiligten vereint. Und wenn hier von Gewinn gesprochen wird, dann ist in erster Linie nicht Geld gemeint sondern ein Gewinn an Menschlichkeit, Geborgenheit, Sicherheit und Nächstenliebe.

    Dies zeigt die Studie „Sozialwirtschaftlicher Nutzen der ZeitBank55+“ des Forschungsinstituts STUDIA aus Schlierbach auf, die kürzlich 200 Mitglieder befragte.
    Selbstorganisation und Hilfe unter den Vereinsmitgliedern stärkt das soziale Netz der ZeitBank. Dadurch können Menschen den Alltag in ihrer gewohnten Umgebung noch länger bewältigen. Mitglied in der ZeitBank zu sein trägt zur Gesundheit und Selbstständigkeit bei und entlastet letztendlich die Sozialbudgets der Länder.
    So besteht der Nutzen für den Staat darin, dass die teure, stationäre Versorgung erst später oder gar nicht in Anspruch genommen wird. Durch Aktivierung, Prävention und Unterstützung der Mobilen Dienste konnten dank ZeitBankplus ältere Menschen länger in ihrer Wohnung bleiben und mussten nicht in ein Pflegeheim.
    Dies stiftet großen Nutzen sowohl für die Betroffenen in Form einer höheren Lebensqualität, als auch für pflegende Angehörige, die mobilen Dienste und die nahversorgende Wirtschaft. Die durch die ZeitBankplus bewirkte Verzögerungsleistung entlastet die öffentlichen Haushalte. Gegenüber einer Fremdunterbringung in einem Pflegeheim werden monatlich ca. 750 Euro eingespart, wenn Personen länger daheim gepflegt und betreut werden.
    Dazu kommt ein weiterer Effekt wie die Entlastung von Angehörigen, die aufgrund ihrer Doppelbelastungen zwischen Beruf und Pflege oftmals in ein Burn-Out schlittern. Die ZeitBank schwächt diesen Druck ab, was wiederum volkswirtschaftlich von Bedeutung ist.
    Ein bedeutender Effekt ist auch, wenn es gelingt, Menschen länger am Ort wohnen zu lassen. Dies stärkt die Nahversorger und dadurch auch die Gemeinden. Dazu ist es notwendig, den älteren Menschen vielfältige Hilfen in der Nähe anzubieten. Zu diesen trägt die ZeitBank bei.

    ZeitBank Vereine sind ein Schlüssel zur Lösung der Herausforderungen der alternden Gesellschaft und ein wichtiger Baustein zur Gestaltung individueller Lebensqualität.

    Aussagen von ZeitBankplus Mitgliedern aus der Befragung:

      „Ich vertraue den anderen Mitgliedern, dass sie mir in einer Notlage helfen!“
      „Auf ein Angebot an Diensten zurückgreifen zu können, gibt mir Sicherheit!“
      „Die Gemeinschaft in der ZeitBankplus ist mir wichtig!“
      „Ich fühle mich in die ZeitBankplus gut eingebunden.“
      „Dabei zu sein ist mir wichtig, auch wenn ich keine Stunden tausche.“
      „Mit dem Stundentausch habe ich ein gutes Gefühl, dass Geben und Nehmen ausgeglichen sind.“
      „Die Tätigkeit in der ZeitBankplus entlastet Angehörige anderer Mitglieder.“
      „Sich helfen lassen muss man erst lernen!“

    1 Kommentar

    1. Tauschring und Zeitbank sind nach meiner Einschätzung kaum zu unterscheiden! Nur die Tatsache, daß bei einer Zeitbank auch Leistungsstunden für € 2,60 gekauft werden können (was macht der Verein mit diesem Geld?? Werden einige Helfer bezahlt? Wer arbeitet für € 2,60?) ist bei den Tauschringen nicht vorgesehen.Für heute Hilfebedürftige ist die Möglichkeit an Unterstützung zu kommen natürlich notwendig - wie können die nächsten Generationen diese Hilfe aber auch noch bekommen? Mir fehlt noch eine Ergänzung des Konzeptes.

      Kommentar von Klaus Schaller — 27. Oktober 2014 @ 20:26

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