Tauschring Blog für das Dreiländereck

Arbeitsgruppe 55+

Wir sind jetzt entschlossen, zeitbank 55+ wird es auch bei uns geben

Folgende Meinung vom Tauschring München hat uns erreicht und zur Klärung gedient:

Es lohnt sich nicht, ein Zeitbank-Projekt vorstellen zu lassen bei uns.

Zurzeit sind die Rahmenbedingungen für ZeitBanken nicht gegeben, d. h. der Gesetzgeber insbesondere beim Steuerrecht erkennt keine Leistungen an, die in Zeit abgerechnet werden. Mein langer Marsch durch die Institutionen hat ergeben, dass sich die Entscheidungsträger in München und Bayern nicht an einem solchen Projekt beteiligen wollen. Die Situation in Japan war völlig anders, der japanische Justizminister hat das Projekt angestoßen, in Baden-Württemberg förderte Lothar Späth die ersten Senioren-genossenschaften. Meiner Ansicht nach müsste auch ein Antrag an die BAFIN gestellt werden, um Zeitbanken zu legitimieren. Das Nachbarschaftsrecht müsste auch reformiert werden. Kurzum: die Voraussetzungen fehlen.

Joyce Mayer Tauschring München

Johannes Brandl, der Begründer der Zeitbank 55+ in Oberösterreich, steht solchen Einwänden gelassen gegenüber. Sie haben dort inzwischen 19 örliche Zeitbank-Vereine, die gut funktionieren und auch die Landespolitik springt auf, wie er sagt. Die Presse spielt eine wichtige Rolle für die öffentliche Anerkennung. Bei ihrem Modell ist zwar die angesparte Zeit weder staatlich noch geldlich, abgesichert, aber in überschaubaren Gruppen zwischen 20 und 100 Mitgliedern in räumlicher Nähe kann man einigermaßen sicher sein, dass immer wieder neue Mitglieder nachkommen, die ihrerseits Stunden verdienen wollen.

Wir haben uns weiter mit Johannes unterhalten über die Art der Leistungen, die erbracht werden, im Unterschied auch zum Tauschring, nämlich vor allem im Haushalt und für Transport. Vertrauensbildende Massnahmen sind Besuche bei zögerlichen Menschen, Monatstreffen und Stammtische. Wir haben gesprochen über Unterschiede zum Tauschring, vor allem dass die Leistungen der Zeitbank so dringend gebraucht werden und man keine negativ-Stunden aufscheiben kann. Wir wissen nicht wie das Zusammenspiel bei uns sein wird, überhaupt ist das ganze Modell ergebnisoffen und verbesserbar.

Frau Klott hat uns dann über das Studienprojekt “Vega” - Verantwortungsgemeinschaften im Freiburger Osten informiert. Mit an Bord sind Frau Kricheldorff und Herr Becker von den Profesoren und die Stiftungsverwaltung (vertreten durch Frau Racki-Flieger und Herrn Schlatter) sowie die Stadt Freiburg (vertreten durch Frau Konfitin / Seniorenbüro). Zunächst in diesem Jahr werden noch statistische Daten gesammelt. Danach sollen Planungen, Zukunftswerkstatt und ähnliches stattfinden. Studenen können für bestimmte Themen sich einbringen. An dem Bedarf zweifelt niemand er Anwesenden. Es wäre großartig wenn sich parallel dazu im Freiburger Osten eine Zeitbank 55+ bilden würde.

Herr Kiechle spricht von den Möglichkeiten des Bauverein. Wahrscheinlich gibt es noch bis Ende des Jahres einen Verein, der vor allem die Quartiere Zähringen, Haslach und Stühlinger umfasst. Er hält Zeitbank 55+ für ein zukunftsfähiges Projekt. Es kann Raum dafür gegeben werden, wahrscheinlich wird man z.B. in Zähringen auch z.B. auf den Bürgerverein, die Sozialstation oder das Thomascafe in die Planung miteinabeziehen müssen.

Frau Engelhart berichtet auch, dass sich inzwischen ausgehend von der Handwerkskammer eine Allianz für Nahvorsorge in Südbaden gebildet hat, wo verschiedene Organisationen sich beteiligen. Bei all dem geht es darum, das Dorf in die Stadt zu holen, in vertrauter Umgebung alt werden zu können.

Nach dem Mitbring-Brunch beschließen wir erst dann wieder ein gemeinsames Treffen anzusetzen, wenn schon ein paar Vereine ins Laufen kommen. Einen ersten Termin nach dem 8. November wird es in Bad Krozingen geben. Einzelheiten werden Christine und Ingrid hier veröffentlichen. Im Freiburger Osten wird AWI wohl so etwas in diesem Herbst noch organisieren, wozu auch das Ehepaar Seitz sich zur Mitarbeit bereiterklärt hat. In Zähringen ist auch der Boden bereitet. Wir reden über Waldkirch und über Kirchzarten noch. Im Lebnetz sagt Ulrike, dass es an Engagierten mangelt, die das durchziehen. Der Bedarf ist auch dort eindeutig.

Wir konnten schon um 15 Uhr das Treffen beendet und freuen uns, dass es nun endlich konkret wird. Der Winter ist die geeingete Zeit um so etwas Neues anzufangen. Das ist unsere nächste Aufgabe. Erst danach wird es wieder ein gemeinsames Treffen geben.

Freiburg, 9. Oktober Rudi


Keine Kommentare

.

Einen Kommentar hinterlassen

XHTML: Diese Formatierungen können in Kommentaren genutzt werden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>