Tauschring Blog für das Dreiländereck

Nahvorsorge durch zeitbank 55+

Dritte Denkwerktatt zum Thema zeitbank
Zu einer „Denkwerkstatt“ laden Jörn, Otmar, Philipp und Rudi in unregelmäßigen Abständen seit etwa 2 Jahren Vertreter von Initiativen im Bereich Tauschring, Regiogeld, Hier-geld, u.a. im Raum Südbaden ein. Thema war in diesem Jahr vorwiegend „Zeitvorsorge“ und wir danken vor allem Ingrid Engelhart, die schon das zweite Mal unserer Einladung gefolgt ist und uns kompetent zum Projekt „zeitbank 55+“ Rede und Antwort gestanden ist.
Teilnehmer waren die letzten beiden Male Vertreter von Tauschringen (aus Bad Krozingen, Münstertal-Staufen, Müllheim und Freiburg) und von Wohninitiativen in Freiburg, die im GeWoNetz (Netzwerk Gemeinsames Wohnen) zusammengeschlossen sind.

Protokoll vom 24. Juli 2010

Beim Frühstücksbrunch informeller Erfahrungsaustausch. Otmar berichtet von einem Treffen bei der RegioSTAR-Genossenschaft im Berchtesgadener Land, Es wird uns im Gespräch klar, dass zur Nahvorsorge zwingend auch die Einkaufsmöglichkeit von Nahrungsmitteln gehören sollte, möglichst durch organisierte Gemeinschaftsläden.

Das Modell Zeitbank 55+ konnten glücklicherweise einige von uns bei einem Treffen Ende Juni in Achkarren und in Zähringen näher kennenlernen, weil dort Vertreter aus Österreich und Deutschland über ihre Erfahrungen in den wenigen Jahren bzw. Monaten des Bestehens berichtet haben. Beeindruckend das Engagement von Johannes Brandl, dem „Erfinder“ in Österreich und von Ingrid Engelhart hier.

Gruppe „von Tauschring zu Zeitbank?“ (10.45-11.45 Uhr)

Zeitbank ist eine bestimmte Form von Tauschring, (rechnen mit Zeit statt Euro, Ringtausch nach den Prinzipien des „Local exchange and Trate System“ – kurz „Lets“ wie es weltweit existiert), aber wir erkennen auch wichtige Unterschiede zu den von uns vertretenen Tauschringen in Freiburg und Umgebung:

In einem Tauschring kann alles getauscht werden, sind Zeitschulden erlaubt und große Zeitguthaben verpönt, weil sie den Tauschfluss behindern, - ist die Bindung an einen bestimmten Ort oder Stadtviertel eher selten. Tauschringe sind vom Finanzamt und vom Arbeitsamt als unbedeutend angesehen und toleriert und selten gefördert.

In einer Zeitbank tauscht man nur bestimmte Leistungen, gibt es keine Zeitschulden sondern Zeitguthaben, wobei „Geben und Nehmen“ sich auch hier immer wieder auszugleichen hat, - ist die Bindung an einen bestimmten Ort oder Stadtviertel vorausgesetzt um eventuell darüber hinaus tauschen zu können. Zeitbank 55+ stützt sich auf die öffentliche Anerkennung und Förderung.

Wir folgern daraus, dass in den Tauschringen wichtige Schlüsselpositionen für eine zu gründende Zeitbank zu finden sind, dass man aber eine Zeitbank parallel und nicht unter dem Dach eines Tauschrings gründen sollte. Zeitbank ist immer ein gemeinnütziger Verein, Tauschring nicht.

Konkret vereinbart wurde:

  • Christine sucht in Bad Krozingen nach möglichen Partnern (z.B. Elisabethenverein, Sozialdiest katholischer Frauen)
  • Alle werden bei den jeweiligen Tauschring-Treffen im September über die Zeitbank informieren und nach Mitmachern Ausschau halten.
  • Freiburg wird eine örtliche Zuordnung der Mitglieder nach Stadtteilen zur Verfügung stellen.

Gruppe: „Von Wohninitiative zu Zeitbank 55+“ (10.45 bis 11.45 Uhr)

Dort wo die Wohninitiative bereits als gemeinnützger Verein organisiert ist, kann man direkt eine Zeitbank als Untergruppe einführen, weil der Satzungszweck fast identisch ist. Das läßt sich in einer Mitgliederversammlung bewerkstelligen. Denkbar ist auch, dass Gruppen in Stadtteilen, die gemeinsames Wohnen anstreben, sich direkt als Zeitbank organisieren. Als Bedarf wird festgestellt, dass in der Gründungsphase einer solchen Initiative ganz viel ehrenamtliches Engagement geleistet wird und Zeitbank vielleicht den Ausgleich von Geben und Nehmen erleichtert.

Konkret soll für Lebnetz und AWI-Ost für Herbst 2010 eine Gründungs-versammlung geplant werden nach vorheriger ausreichender Information. Für den Quartierstreff 46 in Zähringen und speziell die Gruppe Nachbarschaftshilfe ist Zeitbank ein gutes Modell. Wir mahnen aber Geduld an, ein Scheitern nach effektvollem Start soll möglichst vermieden werden.

Das GeWoNetz wird das nächste Treffen am Samstag 9. Oktober mit vorbereiten und die entsprechenden Schlüsselpersonen dazu vorschlagen. Auch bei dem internen Treffen aller Initiativen am Sonntag, 14. November könnte es eines der Punkte sein, über die wir uns austauschen.

Plenum: „Gemeinsame nächste Schritte“ (12.00 – 12.55 Uhr)

Wir wollen uns in der Zwischenzeit bis Oktober über dieses Modell Zeitbank 55+ übers Internet oder über Nachfragen bei Ingrid Engelhart weiter informieren und vor allem neu Hinzugekommende die wichtigsten Punkte erklären.

Wir freuen uns, dass eine Teilnahme von Mag. Johannes Brandl bei diesem Treffen am 9. Oktober möglich wird, (Wir haben den Termin deswegen so festgelegt, dass er nicht extra aus Österreich zu kommen braucht.)

Wir einigen uns auf einen neuen Schwerpunkt für das nächste Treffen: Nachdem bisher nur in ländlichen Gemeinden dieses Modell erprobt wurde, wollen wir zusammen mit dem „Erfinder“ die Modalitäten für eine Stadt miteinader durchgehen. Zuständiger Verein kann sicher auch da nicht die ganze Stadt sein, sondern bestimmte Wohnviertel oder Wohnquartiere. Wichtig ist es, bestimmte Schlüsselpersonen wie Herr Kiechle und Frau Dr. Kricheldorff mit ihren Studenten ins Boot zu holen und eventuell jemanden vom Nachbarnet Basel mit Peter Zemp dazu einzuladen, da diese auf eine zehnjährige Erfahrung zurückblicken.

    Termin also: Samstag 9. Oktober wieder im Treffpunkt Freiburg
    Beginn 10 Uhr sofort mit dem Erfahrungsaustausch, Unterbrechung gegen 13 Uhr Mittags-Teilete, Ende gegen 15.30 Uhr

Rudi wird die Einladung dazu im September verschicken. Wir bitten aber jetzt schon, entsprechende Personen anzusprechen, damit sie sich den Termin rechtzeitig vormerken.

Freiburg, 29. Juli Rudi


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