Tauschring Blog für das Dreiländereck

Zeitbank - etwas für uns?

Das war der zweite Termin der Denkwerkstatt zu diesem Thema im Juni im Treffpunkt Freiburg
Protokoll zur Denkwerkstatt „Zeitbank 55+“ am 12. Juni in Freiburg

Mit erstaunlicher Kreativität haben wir das Problem gelöst, dass wir keinen Zugang zu den Räumen des Treffpunktes hatten, weil eine Gruppe am Freitag die Tür mit Gewalt zugemacht hatte, ohne einen Kippschalter rechts oben am Türrahmen wieder auf Tür zu (ganz nach oben) zu schalten. Wir blieben im Zeitrahmen 10-11 h Teilnehmerteil, Unterbrechung durch Brunch, 11-12 h Exposé Frau Engelhart, Ortswechsel, 12-13 h reger Auschtausch untereinander .

Teil 1 Vorstellung der Teilnehmer und Anknüpfung an die erste Denkwerkstatt im Februar

Wir kommen aus drei Bereichen und bringen die je eigene Kompetenz mit:

  • örtliche Tauschringe: Dieter und Gesine für Staufen und Münstertal, Barbara für Müllheim, Christine für Bad Krozingen, Jörn und Rudi für Freiburg
  • Regiogeld und HierGeld: Otmar für Dreyecker, Jörn für Freitaler, Philipp für HierGeld
  • Projekte gemeinschaftlichen Wohnens: Wieland und Sieglinde für Freiburg Ost, Rudi für Zähringen, Sylvie für Hexental

Bei der ersten Denkwerkstatt haben wir zusammengetragen was es schon gibt nämlich:

  • eine Vielzahl von bezahlten Diensten
  • eine Vielzahl von ehrenamtlichen Diensten.
  • Uns interessiert eine Art organisierte Nachbarschaftshilfe für diesen speziellen Zweck. Dazu finden wir folgende drei Modelle, die gleich wichtig, aber leider nicht überall durchführbar sind:

      1.das Nachbarnet Basel , das Rudi mit drei Frauen letztes Jahr aufgesucht hat. Es ist sehr umfassend für Basel und eine tolle Sache für den Informationsaustausch.
      2.das Zeitspar-modell des Talente-Tauschkreises in Vorarlberg/Österreich und in St.Gallen/Schweiz. Hier ist das Besondere, dass sie ähnlich wie beim Furai Kippu in Japan tatkräftig vom dortigen Sozialsprengel und den Kommunen gefördert und abgesichert werden
      3.das Modell Zeitbank 55+ das wir uns heute genauer ansehen wollen

    Darstellung durch Frau Engelhart

    Vorgeschichte: „Lebensqualität durch Nähe“ ist das Stichwort mit dem schon seit zehn Jahren speziell in Oberösterreich und Baden Württemberg gute Erfahrungen gemacht werden. In der Etappe 2002-2005 hat sich dieses Pilotprojekt in 10 Gemeinden bei uns in der Nähe bewährt. Nachbarschaftshilfe nach dem Modell „Hilfe von Haus zu Haus“ ist inzwischen Praxis an vielen Orten. Seit 2008 gibt es auch in Freiburg den Verein www.spes-zukunftsmodelle.de als Trägerverein und Ingrid Engelhart ist mit einer halben Stelle geschäftsführende Vorsitzende. Wir bewundern das beherzte Zugehen auf Kommunen und Verbände, wobei Kosten und Bürokratie bewußt in Kauf genommen wird.
    Zeitbank 55+ ist zur Zeit besonders gefragt. In Achkarren wurde dieses Jahr der erste Verein gegründet, d.h. ein bestehender „Krankenpflegeverein“ hat diese Organisation als Unterverein aufgenommen. Es gab im Mai einen Besuch in Oberrösterreich und Ende Juni war der Gegenbesuch bei uns. Es soll vor allem in der Praxis und nicht in der Theorie gelernt werden. Unter Zeitbank 55+ kann man Näheres erfahren und Johannes Brandl, Begründer und Autor für dieses Modell, das sich in Oberösterreich und bei uns stark ausbreitet, hat uns in seiner unauffälligen Art und Kompetenz bei seinem Besuch in Freiburg beeindruckt.

    Offene Fragen und weiteres Vorgehen

    Wie beim Tauschring unterstützen sich Menschen gegenseitig. Für die Hilfen, die man gibt, bekommt man die Zeit dafür auf einem Stundenkonto gutgeschrieben. Und wenn man selber Hilfe in Anspruch nimmt, „bezahlt“ man mit diesen angesparten Stunden. Ziel ist es also, die Stunden nicht nur auf später aufzusparen, sonden schon frühzeitig ein gegenseitiges Geben und Nehmen einzuüben. Dass es dafür Vereinsstruktur, zentrale Kontoführung und Dachverband braucht, ergibt sich aus dem Willen, verlässlich Zeit anzusparen, um später davon zehren zu können. Man wird, meint Frau Engelhart, nicht anders können, als auch Euros in die Hand zu nehmen, und eine Art “Überorganisation” zu Beginn in Kauf zu nehmen um so eine Struktur zu schaffen und zu erhalten. Nun aber zu unseren Fragen:

      Warum die 55+ - damit wird niemand ausgeschlossen, auch 18jährige machen mit, aber der Schwerpunkt soll hier auf Menschen außerhalb des Erwerbslebens gelegt werden, eingebunden in ein Netzwerk sozialer Beziehungen.
      Wie sicher sind die angesparten Stunden? Diese Sicherheit kann nur innerhalb der örtlichen Gruppe mit zwischen ca. 20 und 100 Mitgliedern gegeben sein, die immer wieder offen ist für Neue und Neues. Es liegt an uns, wie wir den Anfang gestalten, damit diese Offenheit gewährleistet ist. Natürlich braucht es von Anfang an verlässliche Vereins-spielregeln. Es braucht auch Öffentlichkeitsarbeit und politischer Druck von unten, um das zu erreichen.
      Wie kommen wir zu einem konkreten Anfang? Beim nächsten Treffen am Samstag, 24. Juli werden wir eine Art Checkliste dazu erarbeiten.

    Das ist die gemeinsame Grundlage:
    „Die ZeitBank 55+ ist gemeinnützig, privat, überparteilich und überkonfessionell. Grundlage ist die gelebte Nächstenliebe in allen Lebensbereichen: Sachebene, Beziehungsebene, Sinnbereich. Die ZeitBank55+ motiviert ihre Mitglieder zu einem verstärkten für einander da sein und übernimmt damit einen wichtigen Beitrag zur sozialen Verantwortung und Entlastung der öffentlichen Sozialbudgets.“


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